Rückblick

"Herr Mozart wacht auf" Musikalische Lesung im Rahaussaal am 27.1.2012 um 20 Uhr

An Mozarts Geburtstag, Freitag, den 27. Januar um 20 Uhr fand im Rathaussaal eine musikalische Lesung statt, in der der Roman „Herr Mozart wacht auf“ von Eva Baronsky vorgestellt wurde. Veranstalter war der Literaturkreis Kitzingen in Kooperation mit der Evangelischen Stadtkirche.

Stellen Sie sich vor, Wolfgang Amadé Mozart stirbt und wacht 200 Jahre später im Wien unserer Zeit wieder auf. Das war der Ausgangspunkt für ein vergnügliches Gedankenspiel von Eva Baronsky, einer bislang unbekannte Autorin, die in ihrem Erstlingswerk beschreibt wie Herr Mozart in unserer Welt zurecht kommt.
Daraus ist eine überraschende und wunderbare Geschichte geworden. Die geistreiche Fiktion des wieder auferstandenen Wolfgang hält die Autorin über die ganze Länge des Romans stringent durch und versieht den Text mit unzähligen amüsanten Details.
Mozart wacht in einer Studenten-WG auf und ist davon überzeugt, dass er im Himmel angekommen sei. Einer der Bewohner trägt ein T-Shirt mit dem Aufdruck „AC/DC“, das von ihm als Engelsbotschaft gedeutet wird: „Adorate, Cherubim, Dominum Cantu“ („Betet an, Ihr Engel, den Herrn mit Eurem Gesang!“). Nur langsam wird ihm klar, dass er sich nicht im Himmel befindet, sondern in seiner Heimatstadt Wien. Der Stephansdom steht immer noch an derselben Stelle, aber die Häuser, die Menschen, die Fuhrwerke – alles sieht anders aus.
Nur schwer findet sich Wolfgang, der sich in seiner Hilflosigkeit „Wolfgang Mustermann“ nennt, weil er dies für einen unauffälligen Namen hält, in der modernen Stadt zurecht.
Ob es sich um die rollenden Fuhrwerke (die „Toyotas“) oder den weißen Höllenwurm (die U-Bahn) handelt, ob er das „Mechanikum“ preist (das Orchester in der Kiste) oder in ein „Siemens“ spricht, um mit fernen Stimmen zu kommunizieren. All dies und vieles mehr hat Eva Baronsky auf unterhaltsame und kenntnisreiche Weise in ihre Geschichte eingebaut.

Die Lesungen übernahm Frau Liane Thau.
Die Texte aus dem Roman wurden durch die Aufführung von Violinsonaten von Mozart ergänzt:
Die Ausführenden waren Marina Vithoulka (Violine) und Carl Friedrich Meyer (Klavier).


Konzert mit dem Hornqartett „Ensemble cordial“ in der evang. Stadtkirche am 11.2.2012

Am Samstag, den 11. Februar, fand in der evang. Stadtkirche Kitzingen ein Konzert für Hornquartett und Orgel statt. Das „Ensemble cordial“ musizierte Werke für vier Hörner von alt bis modern, Carl Friedrich Meyer ergänzte das Programm mit Kompositionen für Orgel.
Im Frühjahr 2008 schlossen sich die vier ambitionierten Hornisten Gabi Lüdenbach, Iris Arnal, Charly Hopp und Hendrik Wächter zu einem herzlichen musikalischen Miteinander zusammen, woraus das Ensemble mit seinem Namen Cordial erwuchs. Denn das Horn entwickelt gerade im homogenen Quartettsatz seine reichhaltigen Facetten. Das Programm ist eine abwechslungsreiche Melange unterschiedlicher Stilrichtungen und Epochen, eigenen Arrangements und mehr.
Das Ensemble spielte bereits in Kitzingen bei „Klassik rockt“ im November 2010 und bei der Aufführung des „Stabat maters“ von Karl Jenkins unter Leitung von Carl Friedrich Meyer im März 2011.
Hornquartett

percussion posaune leipzig - 30.12.2011

Konzert zum Jahreswechsel mit „percussion posaune leipzig“

Mit seinem Programm „Tönet ihr Pauken, erschallt ihr Posaunen“ gastierte das Ensemble „percussion posaune leipzig“ am 30. Dezember 2011, 19 Uhr in der Stadtkirche Kitzingen.
Festlich, besinnlich, nachdenklich, aber auch beschwingt geht es zu, wenn drei Posaunisten und ein Spezialist für laute und leise Schlaginstrumente die Weihnachtsbotschaft kommentieren und ins neue Jahr überleiten. Musik von Bach, Händel und Corelli kontrastiert mit moderneren Bearbeitungen internationaler Weihnachtslieder und bekannter Neujahrschoräle.

„percussion posaune leipzig“ aus der Stadt Johann Sebastian Bachs gastiert seit 1992 in vielen Städten Deutschlands, vom Berliner Dom und Hamburger „Michel“ bis zu den Europäischen Wochen Passau oder dem Festival Alter Musik in Bernau.
Weitere Informationen unter www.percussion-posaune.de
Glaube ist alles - Paul-Eber Musik-Theater am 27.11.2011

Ein Geburtstagsgeschenk ist etwas einmaliges. An den meisten Geschenken kann man sich immer wieder erfreuen, doch das Musik-Theater „Glaube ist alles“, das sich die evangelische Kirchengemeinde Kitzingen anlässlich des 500. Geburtstags des Kitzinger Reformators Paul Ebers gemacht hat, wird wirklich eine einmalige Angelegenheit bleiben.
Wer am Sonntag nicht in der Stadtkirche in Kitzingen war und die musikalisch-theatralische Entdeckungsreise durch das Leben des berühmten Sohnes der Stadt miterlebt hat, der hat etwas verpasst. Rund 400 Besucher ließen sich auf die knapp dreistündige Reise ein. Und wurden dabei ganz schön gefordert. Denn wer sich auf eine kleine, kurzweilige Geschichtsstunde, begleitet von einigen modernen Pop-Songs und etwas Instrumentalmusik eingerichtet hatte, wurde eines besseren belehrt.
Der Frankfurter Theaterautor Thomas Klischke, der das Stück geschrieben hat und als Moderator durch die Handlung führte, hatte viel Tiefgang in die Handlung hineingepackt. Als fiktiver Nachfahre des Reformators lud er die Zuschauer ein, sich mit ihm auf die Spurensuche nach den Stationen Paul Ebers in Kitzingen und in seinen Wirkungsstätten zu machen. Dabei kamen per Videoeinblendungen neben vielen Kitzingern auch Universitätsprofessoren zu Wort.
Szenisch dargestellt wurde das Leben Paul Ebers von Schauspielern, die den Theologen als Kind und Erwachsenen mimten und die Entwicklung des 1511 geborenen Ebers nahe brachten: Von den ersten Jahren, als der Sohn eines Schneiders in der Kitzinger Falterstraße im Haus der heutigen Bäckerei Will aufwuchs, über die Jahre auf der Lateinschule in Ansbach und dem Gymnasium in Nürnberg, seinen Unfall mit einem Pferd, der ihm Zeit seines Lebens zusetzte, bis hin zu seinen Studien und dem späteren Wirken als Universitätsprofessor in Wittenberg.
„Wind of change“ – der Erfolgssong der deutschen Hardrock-Band „Scorpions“, der 1990 gleichermaßen als Hymne der deutschen Wende stilisiert wurde, markierte im Stück einen roten Faden, der das Auflehnen der späteren Reformatoren gegen Rom symbolisieren sollte. Keine Frage, der Katholizismus zu Beginn des 16. Jahrhunderts kam nicht besonders gut weg. Was aber auch anhand von Zitaten von Kirchenfürsten und geschichtlichen Fakten aus dieser Zeit belegt wurde. Reformation, Krieg, die Pest, die Begegnungen und der Austausch mit Martin Luther und Philipp Melanchthon – all diese Stationen wurden vor einen historischen Kontext dargestellt, und zwar ohne das Langeweile aufkam. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen für eine Darbietung, die doch einiges an Sitzfleisch voraussetzte.
Dass die Zeit aber dennoch wie im Flug verging, dafür sorgten die Theatergruppe und der Jugendchor der Stadtkirche, eine komplette Rock-Band inklusive Bläsern sowie ein kleines Orchester, allesamt unter Leitung von Kantor Carl-Friedrich Meyer. Moderne Pop-Songs wie Xavier Naidoos „Dieser Weg“ oder Oldies wie Louis Armstrongs „What a wonderful world“ kamen ebenso zu Gehör wie Lieder, die auf Paul Eber zurück gehen und wie beispielsweise „Wenn wir in höchsten Nöten sind“ heute noch im evangelischen Gesangbuch ihren festen Platz haben.
Rund 50 Mitwirkende konnte man auf der „Bühne“ (dem Aufgang zum Altarraum und dem Bereich davor) zählen. Wirklich großes Theater, das die Paul-Eber-Gemeinde ihrem Namensgeber zu Ehren veranstaltet hat. Ein Abend, der wohlig im Gedächtnis bleibt.
Von unserem Mitarbeiter Timo Lechner




Kantatengottesdienst im Rahmen der Paul-Eber-Tage am 13.11.2011

Der Kantatengottesdienst im Rahmen der Paul-Eber-Tage 2011 zu Kitzingen war ein Erlebnis. Die Paul-Eber-Kantorei und das Orchester Amadè sowie die Solisten Elena Roeder, Wolfgang Klose und Matthias Degen boten unerwartete Höhepunkte an.
Unsere Landrätin, Frau Tamara Bischof und viele prominente Besucher nahmen an diesem Festgottesdienst teil. Der Gottesdienst unter Leitung von Dekan Kern, war ein Highlight in der Kitzinger Kirchengeschichte. Dazu trug Regionalbischof Christian Schmidt, vom Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, mit einer wundervollen lebendigen Predigt bei. Bischof Schmidt predigte nicht alleine: Er hielt Zwiesprache mit Paul Eber, dem in Kitzingen geborenen großen Reformer und Nachfolger von Luther in Wittenberg.
Ein Bischof, der ein Rollenspiel von besonderer Art und Qualität, darbot, nämlich zwischen einem heute lebenden Bischof und dem damaligen Mitreformator Paul Eber. Viele der Gottesdienstteilnehmer wurden zum Schmunzeln und Lachen, aber auch zum Nachdenken angeregt.
Und dann wieder der Chor und das Orchester: Ein Carl Friedrich Meyer, der aus dem Vollen schöpfte, der Orchester, Chor und zeitweise auch die anwesenden Besucher zur Mitwirkung einlud und anregte. Was zum Schluss des Gottesdienstes die Anwesenden zu langem Beifallsklatschen brachte. Viele hatten sicher so eine Symbiose noch nie in einem Gottesdienst erlebt.
Text und Foto: Willi Hertlein

Ökumenisches Chor- und Orchesterkonzert in der Stadtkirche am 30. Oktober

Franz Schubert – Messe Es-Dur und Sinfonie „Die Unvollendete“

Am Sonntag, den 30. Oktober findet in der Stadtkirche Kitzingen die Aufführung der Messe Es-Dur von Franz Schubert statt. Beginn ist um 17.00 Uhr. Die „Unvollendete Sinfonie“ des gleichen Komponisten ist das zweite Werk des Konzerts.
In ökumenischer Freundschaft singen die beiden Chöre der evangelischen Stadtkirche und der katholischen St. Johannesgemeinde, begleitet vom „Consortium Musicale Würzburg“ (Konzertmeister: Herwig Zack). Die musikalische Gesamtleitung teilen sich Regionalkantor Christian Stegmann und Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer.
Die Messe Es-Dur entstand 1828, in Schuberts letzten Lebensmonaten. Wie viele seiner bedeutenden Spätwerke, z.B. die C-Dur-Sinfonie oder der Liederzyklus Die Winterreise, hat Schubert die Messe selbst nie gehört. Die Uraufführung im Oktober 1829 unter der Leitung von Schuberts Bruder Ferdinand stieß beim Publikum auf große Resonanz, worauf weitere Aufführungen folgten. Ein zeitgenössischer Rezensent bezeichnete Schuberts letzte Messe als „gewiss eines seiner tiefsten und vollendetsten Werke“.
Karten für dieses Konzert sind im Vorverkauf ab 5. Oktober bei Leder-Frisch, Leidenhof 1, 97318 Kitzingen (Tel: 7154) und an der Abendkasse ab 16.15 Uhr erhältlich.Kantorei

Orgel trifft Saxophon am 22. Oktober in der Ev. Kirche Albertshofen

Samstag, den 22.Oktober um 19.00 Uhr, Evangelische Kirche Albertshofen
Orgel trifft Saxophon - Lust-volle Klänge

mit Alexander Därr (Orgel) – Lutz Häfner (Saxophon)

Wenn Alexander Därr an der Orgel musiziert, ist das mehr als nur Kirchenmusik. Denn gerade als Komponist und Arrangeur nutzt er die endlose Palette an Möglichkeiten, die ihm die „Königin der Instrumente“ zur Verfügung stellt. Dabei beweist er ein absolut feinsinniges Gespür für den richtigen Moment und gekonnte Virtuosität, womit er das Publikum immer wieder in seinen Bann zieht. So sind auch seine Arrangements für Orgel und Saxophon faszinierende Entdeckungsreisen in neue Klangwelten.
Er verarbeitet seine Ideen in eigenen Kompositionen genauso brillant wie er Werken von Johann Sebastian Bach oder Louis Vierne verblüffend neue Farben entlockt. Seine aktuelle CD-Einspielung auf der Sauer-Orgel in der Mühlhäuser Marienkirche gibt hiervon ein beeindruckendes Beispiel.
Zusammen mit Lutz Häfner präsentiert Alexander Därr nun ein Programm, das den Bogen vom Barock über die Orgelromantik bis zur zeitgenössischen Musik spannt. Häfner, einer der international renommierten Saxophonisten, mischt dabei unter anderem eine gute Portion Jazz hinzu.
Die beiden Musiker versetzen den gesamten Kirchenraum in Schwingung und durchbrechen dessen gewohnte Atmosphäre. Dabei erlebt der Zuhörer ganz unmittelbar das Faszinosum der Kombination von Orgel und Saxophon. Denn Därr und Häfner nutzen die markanten Klänge der Instrumente, vermischen Stile und Farben – und das mit atemberaubender Perfektion.

Orgelkonzert am 15. Oktober 2011 mit KMD Hermann Bohrer in der Stadtkirche

Am Samstag, den 15. Oktober fand in der Stadtkirche Kitzingen ein Orgelkonzert mit Kirchenmusikdirektor Hermann Bohrer aus Wunsiedel statt.
Bohrer , geb. 1950, studierte Kirchenmusik in Bayreuth und an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Frankfurt/Main. Von 1976 bis 2001 war er Stadt- und Dekanatskantor in Wunsiedel. Seit 2002 ist er freier Organist und konzertiert bei Gottesdiensten und Konzerten im In- und Ausland.
Hermann Bohrer spielte auf der Steinmeyer-Orgel Werke u.a. von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach und Robert Schumann.
Hermann Bohrer
Kantatengottesdienst am 12. Juni 2011
Ökumenischer Orgelspaziergang am 8. Mai in Kitzinger Kirchen ab 16.00 Uhr

Bereits zum dritten Mal findet ein Orgelspaziergang in Kitzingen statt, der von den beiden Kantoren Christian Stegmann und Carl Friedrich Meyer gemeinsam organisiert wird. Start ist um 16.00 Uhr in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes bei freiem Eintritt. Hier spielt Carl Friedrich Meyer dreißig Minuten Orgelwerke von Buxtehude, Bach und Lefebure-Wely.
Der zweite Teil findet in der Kapuzinerkapelle statt. Zu Gehör kommen hier ab ca. 16.45 Uhr barocke und moderne Kompositionen u.a. von Frescobaldy, Kerll und Schütz.
Nach dem Spaziergang zur evangelischen Stadtkirche improvisiert Christian Stegmann ab ca. 17.30 Uhr über ökumenische Osterlieder.
Der Orgelspaziergang endet traditionell mit einem Glas Sekt und Gebäck im Vorraum der Stadtkirche.
Die beiden Kirchenmusiker Stegmann und Meyer freuen sich über viele ökumenische Zuhörer und Spaziergänger!


Stegmann Meyer
Stabat mater

Zuhörer und Mitwirkende sind begeistert

Konzert Kantor Carl Friedrich Meyer bringt Karl Jenkins´ „Stabat mater" in der Stadtkirche zur Aufführung. Mehr als 100 Mitwirkende faszinieren die Gäste in der Petrinikirche. Kitzingen. Trotz herrlichen Frühlingswetters machten sich am Sonntagabend viele Musikbegeisterte aus Stadt und Landkreis auf den Weg, um in der Kitzinger Petrinikirche die Aufführung des Oratoriums „Stabat mater" von Karl Jenkins zu erleben. Mit dieser erst 2008 entstandenen Tonschöpfung des walisischen Musikers, Komponisten und Popstars setzte Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer einen weiteren Höhepunkt in der Reihe spektakulärer Aufführungen. Meyer wirkt seit Dezember 2007 in Kitzingen und hat Jenkins' „Stabat mater" ganz bewusst ausgewählt. „Als moderne Ergänzung der Klassischen Chorliteratur und als reizvollen Kontrast zu der barocken Musik von Pergolesi", sagt der Kantor und verweist damit auf die Aufführung am Karfreitag. Dass der studierte Kirchenmusiker und Dirigent Menschen führen kann, zeigt er bei seiner täglichen Arbeit mit Posaunen-, Kinder-, Jugend-, Seniorenchor und Paul Eber Kantorei. Dass er versteht zu begeistern, kommt in den großartigen Aufführungen zum Ausdruck. Eingeleitet wurde der Abend von dem vor einem halben Jahr gegründeten Jugendchor, den Meyer selbst leitet. 15 Jugendliche, zwei Jungen unter 13 Mädchen, alle in weißen Hemden, marschierten sichtlich aufgeregt in den Chorraum, wo die etwa 40 Musiker der Kitzinger Symphoniker schon Platz genommen hatten. Seit Wochen probten die Schüler mit Meyer drei Motetten für Chor und Orchester des englischen Komponisten John Rutter (*1945). Meyer hatte genau das Richtige für die jungen Leute ausgesucht - religiöse Musik, die schwungvoll, leicht und melodiös klingt und deren Texte die Schöpfung preisen. Stolz und ein wenig ergriffen nahmen die jungen Sänger den herzlichen Applaus entgegen. Dann kam der große Augenblick, die zirka 60 Mitglieder der Paul-Eber-Kantorei, Frauen und Männer aller Altersstufen, schwarz gekleidet und mit lila Schal, betraten die Bühne. Carl Friedrich Meyer dirigierte konzentriert aber locker, mit ausgreifenden Armbewegungen und sicherer, sympathischer Ausstrahlung. Jenkins und seine Frau Carol Barratt haben dem uralten Gedicht „Stabat Mater“, das von Trauer, Schmerz und Klage aber auch von Trost und Hoffnung erfüllt ist, sechs Texte hinzugefügt, die zum Teil in Hebräisch, Lateinisch, Griechisch, Aramäisch und einem frühen Arabisch gesungen werden, was das weltumspannende Element dieses Klagegesanges betont. In der Musik kommt das durch den Einsatz orientalischer Schlaginstrumente und Klangformen zum Ausdruck. Auf eindringliche Weise verbindet er klassische Chormusik mit Elementen von Jazz und Pop, er wagt es, die einschmeichelnde Expressivität von Filmmusik einzusetzen, nimmt Anleihen bei Klassikern wie Orffs Carmina Burana oder Ravells „Bolero" und setzt Glanzlichter mit Ethno-Rhythmen. Chor, Orchester und Solisten wurde diesen großen Anforderungen gerecht und erfüllten den hohen, lichten Kirchenraum mit der leidenschaftlich vorgetragenen Tonschöpfung, die von leisen, getragenen Tönen zu anschwellender, brausender und überwältigender Fülle führt. Den Part für die orientalischen Passagen hatte die gebürtige Türkin Arzu Gök, übernommen, die ein Gesangsstudium am Konservatorium in Mainz absolviert hat. Mit langen schwarzen Haaren und im orientalischen Gewand faszinierte die ausdrucksvolle Stimme und die leidenschaftliche Interpretation des Ethno-Soprans. Ihr zur Seite stand als zweite Solistin Olga Jakob, Sopran, Mitglied der Kantorei und der Kitzinger Symphoniker, die zwei Strophen mit Innigkeit interpretierte. Mit begeistertem Applaus erzwang das Publikum die Wiederholung der ersten Strophe. Aber den größten Beifall, der Dank und Verehrung ausdrückte, erhielt Kantor Carl Friedrich Meyer von Chor und Orchester. Der Hintergrund Stabat mater ist ein Gedicht aus dem 13. Jahrhundert von ungeklärter Urheberschaft, das die Leiden der Gottesmutter während der Passion ihres Sohnes beschreibt und beklagt. Die zehn Strophen, deren Strahlkraft über die Jahrhunderte nicht verloren ging, wurden seit dem Ende des 15. Jahrhunderts von vielen Komponisten vertont, unter anderem von Vivaldi, Rossini, Verdi und Dvorák.Karl Jenkins erhielt eine klassische Musikausbildung in London, spielte in Jazzbands und hatte mit der Gruppe „Adiemus" und den „Songs of Sanctuary" einen Millionenerfolg.
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